Bern als soziale und umweltfreundliche Wohnstadt
Das Grüne Bündnis ist erfreut, dass in der Stadt Bern neuer Wohnraum geschaffen wird, und somit zusätzliche BewohnerInnen in Bern leben können. Neben den sinnvollen quantitativen Zielen des Gemeinderats für die Steigerung der EinwohnerInnenzahl verlangt das Grüne Bündnis auch innovative qualitative Standards im Umweltbereich (Energieeffizienz, Erschliessung durch sanfte Mobilität, Wohnumfeld) und eine Trendwende in Richtung gemeinnützigen Wohnungsbau (z.B. Abgabe von Bauland und Vorgaben bei der Zonenplanung). Das Grüne Bündnis fordert zudem eine Verlängerung des Gebäudesanierungsprogramms um weitere 2 Jahre.
Das Grüne Bündnis unterstützt die Stossrichtung des gemeinderätlichen Berichts, die EinwohnerInnenzahl zu erhöhen. Angesichts der Pendlerströme und der Zersiedelung in den Agglomerationen ist Wohnen in der Stadt auch aus ökologischen Gründen sinnvoll. Neben dem Neubau sind auch der Erhalt von bestehendem Wohnraum, Verhinderung von Umnutzung zu Büros und Verdichtungen wichtig. Eine wohnliche Stadt hängt aber auch stark vom Wohnumfeld und dem Erhalt von Grünraum ab.
Wohnbaupolitik als Bestandteil einer künftigen 2000-Watt-Gesellschaft
Eine nachhaltige Wohnbauförderung muss immer auch auf den Erhalt der Wohnqualität und hohe ökologische Anforderungen achten. Bei den planerischen Voraussetzungen sind bereits klare Vorgaben an Ökologie und Energieverbrauch zu definieren, denn nur so kann das Ziel einer 2000-Watt-Gesellschaft auch erreicht werden. Neben Leuchtturmprojekten wie Stöckacker Süd sind hier weitere Projekte zu entwickeln. Zentral ist auch die energetische Sanierung des bestehenden (überalterten) Wohnraums. Das Grüne Bündnis verlangt eine Verlängerung des städtischen Gebäudesanierungsprogramms um weitere 2 Jahre. Nach der sehr bedauerlichen Ablehnung der Gebäudesanierungspflicht auf kantonaler Ebene im Grossrat ist die Stadt gefordert, sicherzustellen, dass in Bern Gebäude-Energieschleudern rasch saniert werden. Der im kantonalen Energiegesetz neu geforderte Gebäudesanierungsausweis soll als Grundlage für weitere Verbesserungen genutzt werden.
Mehr preisgünstiger Wohnraum dank gemeinnützigem Wohnungsbau
Für die soziale Stadtentwicklung ist eine gute soziale Durchmischung unterschiedlicher Bevölkerungsschichten in allen Quartieren wichtig. Dazu braucht es preisgünstigen Wohnraum in allen Quartieren. Erfreulicherweise setzt sich der Gemeinderat für preisgünstigen Wohnraum für ältere oder behinderte Menschen ein. Aber auch für weitere Bevölkerungsgruppen wie Auszubildende oder Familien ist preisgünstiger Wohnraum notwendig. Das Grüne Bündnis hat diesbezüglich konkrete Vorschläge gemacht (vgl. Vorstosspaket „Gemeinnützigen Wohnungsbau stärken“, 21.1.2010), wie in der Stadt Bern mit gemeinnützigem Wohnungsbau preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden kann. Wohnungen von gemeinnützigen Wohnbauträgern sind rund 20 Prozent billiger als im freien Wohnungsmarkt. Sie bieten Wohnraum für Personen und insbesondere auch Familien mit „normalem“ Budget und leisten einen Beitrag für eine gute soziale Durchmischung und innovative Wohnformen. Auch beim Thema Energieeffizienz haben gemeinnützige Bauträger die Nase vorn. Erfreulicherweise will der Gemeindrat unseren Vorschlag prüfen, ob gemeinnützige Wohnbauträger durch Abgabe von Bauland bei der Realisierung preisgünstiger Wohnungen unterstützt werden können. Dies fordert auch ein Gutachten im Auftrag des Bundesamtes für Wohnungswesen BWO („Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus“, Schweizerische Vereinigung für Landesplanung, VLP-ASPAN, Raum & Umwelt; Januar Nr. 1/10). Das Gutachten zeigt auf, wie der gemeinnützige Wohnungsbau in der Gemeinde mit raumplanerischen Mitteln gezielt gefördert werden kann (Festlegung von Wohnanteilen in der kommunalen Bau- und Zonenordnung; bei Neueinzonungen wird Bauland für den gemeinnützigen Wohnungsbau reserviert; Mehrwertabschöpfung wird für gemeinnützigen Wohnungsbau verwendet).
