E-Prix in Bern: Falsche Glorifizierung der E-Mobilität und unnötige Einschränkung für die Bevölkerung

Das GB kritisiert den Entscheid des Gemeinderates, die Austragung des E-Prix in Bern zu bewilligen. Autorennen sind auch mit Elektroantrieb nicht zeitgemäss. Die Stadt ist Lebensraum und keine Rennstrecke.

Die Erfahrungen aus Zürich zeigen: Der E-Prix 2018 führte in der Limmatstadt zu grossen Einschränkungen für die Bevölkerung (Quartiersperren, ÖV-Umleitungen, Lärm etc.). Dies nicht nur während des Anlasses selber, sondern während der Wochen des Auf- und Abbaus. Für die Rennstrecke wurden plötzlich Bäume gefällt, die vorher jahrelang gepflegt und geschützt wurden. Die Information und der Einbezug der Bevölkerung waren mangelhaft, was zu grossem Unmut in den betroffenen Quartieren führte. Kurz: Zürich hat genug und will den E-Prix nicht mehr. Der Berner Gemeinderat versucht, mit Auflagen die Durchführung in Bern zu verbessern, was aus Sicht des GB völlig blauäugig ist.

Falsche Glorifizierung der E-Mobilität

Die Stadt Bern setzt in ihrer Verkehrsstrategie auf die drei V: Verkehr vermeiden, verlagern, verträglich gestalten. Beim zweiten V, der Verlagerung, spielt die Elektromobilität eine wichtige Rolle. Der unvermeidbare motorisierte Verkehr muss so rasch als möglich auf Elektroantrieb verlagert werden. Autorennen gehören aber definitiv in die Kategorie des vermeidbaren Verkehrs. Auf sie kann gänzlich verzichtet werden, auch wenn die Autos mit Strom statt mit Sprit fahren. Gemäss der Energie- und Klimastrategie soll die Stadt Bern den grösstmöglichen Beitrag an die Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft leisten. Dies lässt sich jedoch nur erreichen, wenn Energie effizient und sinnvoll genutzt wird.

Rennstrecken gehören nicht in die Stadt

Der Gemeinderat hat die Strecke des Autorennens noch nicht kommuniziert. Da er aber gemäss der heutigen Mitteilung die Erreichbarkeit von Quartierteilen gewährleisten will, wird das Rennen wohl durch die Stadt führen. Eine solche Streckenführung ist für das GB völlig unverständlich. Wenn schon in Bern ein Autorennen durchgeführt werden soll, dann nicht in einem dicht bewohnten Raum mit Einschränkungen und Belastungen für die Bevölkerung. Rennautos, die mit über 200 Stundenkilometern durch Wohnquartiere rasen, widersprechen der städtischen Verkehrspolitik, welche durchgängige Begegnungszonen in den Quartieren einrichten will.

Am 13. September reichte die Fraktion GB/JA! eine dringliche Interpellation zur Durchführung des E-Prix in Bern ein. Die Antworten dazu liegen noch nicht vor. Am selben Tag wurde ein Postulat eingereicht, welches den Gemeinderat auffordert, den Anlass nicht zu bewilligen. Ohne die Entscheide des Stadtrats abzuwarten, schafft der Gemeinderat mit der heutigen Kommunikation nun Fakten. Das GB fordert den Gemeinderat auf, auf seinen Entscheid zurückzukommen.

Für weitere Informationen:

Franziska Grossenbacher, Stadträtin GB: 076 304 43 58

Rahel Ruch, Stadträtin GB: 076 517 02 08