Frauen in Berns Straßen sichtbar machen

Motion Fraktion GB/JA! (Regula Bühlmann GB):

In Berns Strassennamen spiegelt sich unter anderem die ältere und neuere Geschichte Berns und der Schweiz: Wir finden unter anderem die Maler Cuno Amiet und Albert Anker, Berns Gründer Berchtold V., Herzog von Zähringen, Alberich Zwyssig, den Komponisten des Schweizer Psalms, und wir finden Politiker wie die zwei Stadtpräsidenten Reynold und Alexander Tschäppät. Wir finden Personen mit oder ohne Bezug zu Bern. Und wir finden 150 Männer, 25 Frauen und 25 Familien oder Geschlechter. In Berns Straßennamen spiegelt sich also nicht nur die Geschichte, sondern auch das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen in der offiziellen Geschichtsschreibung. Der Beitrag der Frauen an die Schweizer Geschichte ist jedoch nicht weniger wichtig ist als derjenige der Männer, er ist jedoch oft weniger spektakulär, taucht in den Überlieferungen seltener auf oder wird Männern zugeschrieben.

Bern kann das Gleichgewicht zwischen Männer und Frauen in seinen Strassennamen wiederherstellen. Eine gute Gelegenheit wird die neue Überbauung Viererfeld und Mittelfeld bieten: 1928 hat dort die erste schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit stattgefunden, die SAFFA. Bern setzt ein schönes Zeichen, wenn es in Erinnerung an diese wichtige Ausstellung die Strassen des neuen Quartiers nach Frauen benennt.

Anlässlich des nationalen Frauenstreiktags vom 14. Juni 2019 fordern wir den Gemeinderat auf:

alle Strassen und Plätze der Überbauung Viererfeld und Mittelfeld nach weiblichen Persönlichkeiten zu benennen.

von der Benennung von Strassen und Plätzen nach Männern abzusehen, solange nicht mindestens 50% der in Stadtberner Flurnamen verewigten und geehrten Personen Frauen sind.

Bern, 13. Juni 2019

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