Grünes Bündnis begrüsst Wohnstrategie, wünscht sich aber mehr Mut

Das Grüne Bündnis ist erfreut über die heute präsentierte Wohnstrategie des Gemeinderates. Die Strategie enthält wichtige Ziele und Massnahmen für eine Wohnstadt für alle und nimmt zahlreiche langjährige Forderungen des Grünen Bündnis auf. Visionär ist das Papier aber nicht: Der Gemeinderat bleibt zögerlich.

Die heute erschienene Wohnstrategie des Gemeinderates ist ein wichtiges Instrument für eine vielfältige und solidarische Wohnstadt Bern. Das Grüne Bündnis verabschiedete im November 2015 ein Positionspapier zu ökologischer und sozialer Stadtentwicklung. Zahlreiche Forderungen daraus hat der Gemeinderat in die Wohnstrategie aufgenommen. Insgesamt ist die Wohnstrategie aber eher eine Bestandesaufnahme als eine Vision.
Der Gemeinderat hat sich das Ziel gesetzt, dass bis 2030 die Hälfte aller neu gebauten Wohnungen im Kostenmiete-Modell erstellt werden soll. Das ist unbedingt nötig: Heute entsprechen nur 7900 Mietwohnungen (von insgesamt 77’000 Wohnungen) diesen Kriterien. Die Massnahmen zur Umsetzung der Unterstützung von gemeinnützigen Trägerschaften müssen daher rasch an die Hand genommen werden.
Wenig ambitioniert gestalten sich die Ziele im Bereich günstiger Wohnraum und Wohnraum für Armutsbetroffene. 4 von 5 Massnahmen betreffen entweder die Umsetzung von Stadtratsvorstössen oder des Volkswillens (Wohninitiative). Beispielsweise strebt der Gemeinderat an, bis 2025 1000 GüWR-Wohnungen bereitstellen zu können. 1000 GüWR-Wohnungen fordert der Stadtrat schon seit Jahren, der Aufschub dieses Ziels bis 2025 ist daher nicht nachvollziehbar. Das Grüne Bündnis fordert hier raschere Massnahmen, beispielsweise mit einer Umteilung von städtischen Wohnungen ins GüWR-Segment oder indem eine grössere Anzahl GüWR-Wohnungen in Neubauten geplant wird.
Weiter fordert das Grüne Bündnis den Gemeinderat auf, die Umsetzung der wohnbaupolitischen Ziele auch von Privaten und der Burgergemeinde einzufordern und einen entsprechenden Massnahmenplan vorzulegen. Mit der geplanten Überbauung im Springgarten steht die Probe aufs Exempel bevor.

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Rahel Ruch, Stadträtin, 076 517 02 08
Lea Bill, Stadträtin, 077 431 46 86