Mühleberg abschalten: Schalter um für die erneuerbare Energiezukunft

Medieneinladung Grünes Bündnis Bern

Das Grüne Bündnis (GB) stellt am Freitag 20.12. in einer symbolischen Aktion den Schalter um auf die erneuerbare Energiezukunft und feiert damit das Ende eines Jahrzehntelangen Kampfs gegen das AKW in der Nachbarschaft der Stadt Bern.

Die Aktion findet am Freitag 20.12. um 12.30 im Rahmen der letzten Mahnwache auf dem Viktoriaplatz statt unter Anwesenheit vieler Aktivist*innen, darunter Franziska Teuscher, Gemeinderätin; Irène Kälin, 2. Vize-Nationalratspräsidentin; Aline Trede, Nationalrätin; Natalie Imboden, Grossrätin, Präsidentin Grüne Kanton Bern. Die Aktion bietet gutes Bildmaterial.

Seit der Gründung vor über 30 Jahren bilden der Kampf gegen das AKW Mühleberg und der Einsatz für eine erneuerbare Energiezukunft einen Kern der politischen Aktivitäten des Grünen Bündnis. Werfen wir anlässlich der Abschaltung des AKW Mühleberg einen Blick zurück in die Geschichte:

Zwei wichtige Aktivistinnen im Kampf gegen das AKW Mühleberg waren Margrith Göldi Hofbauer (1993-1995 GB Stadträtin; 1995-1999 GB Grossrätin) und Franziska Teuscher (1995-2013 GB Nationalrätin; seither GB Gemeinderätin). Als Präsidentinnen der Vereins MuL (Mühleberg unter der Lupe) verbanden sie die Bewegten (z.B. Aktion Mühleberg stilllegen) und andere Organisationen (z.B. Ärzte für Umweltschutz) mit den atomkritischen politischen Parteien. Die MuL organisierte viele Aktionen, z.B. die sogenannten banquets antinucléaires vor dem BKW Sitz, um 1990 auf die Risse im AKW aufmerksam zu machen und die sofortige Stilllegung zu fordern. Als MuL-Präsidentinnen  begleiteten sie auch Einzelpersonen bei ihren Klagen gegen den Weiterbetrieb an den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg oder bei der Akteneinsicht bei der HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit von Kernkraftwerken, heute Ensi). Franziska Teuscher und Margrith Göldi hielten an den BKW Generalversammlungen mehrmals Voten für die Stilllegung des AKW Mühleberg.

Die MuL und auch das GB waren an allen Abstimmungskämpfen zu Mühleberg beteiligt und konnten 1992 mit der gewonnenen Konsultativabstimmung im Kanton Bern zur unbefristeten Betriebsbewilligung von Mühleberg einen grossen Erfolg feiern. Mit der kantonalen Abstimmung «Bern ohne Atom» vom 24. September 2000 und den eidgenössischen Abstimmungen am 18. Mai 2003 zu «Moratorium Plus»  und «Strom ohne Atom» folgten dann zwei Niederlagen für die Anti-AKW-Aktivist*innen.

Auf städtischer Ebene war das GB treibende Kraft hinter der Initiative «EnergieWendeBern», mit welcher im Jahr 2010 der Atomausstieg der Stadt Bern von 61% der Stimmbevölkerung beschlossen wurde. Umso mehr sorgte sich das GB seit diesem Entscheid um das Sicherheitsrisiko, welches das alternde AKW in der Nachbarschaft von Bern für die Bevölkerung darstellt.

Das GB ist erfreut über den Entscheid der BKW, das AKW Mühleberg stillzulegen. Gleichzeitig ist der 20.12. nicht nur ein Tag zum Feiern. Mit  Beznau ist in der Schweiz eines der 6 ältesten AKW weltweit weiterhin am Netz. Deshalb legt am Freitag auch die Aargauer Nationalrätin Irène Kälin vor dem BKW Hauptsitz den Schalter um auf die erneuerbare Energiezukunft. Es ist höchste Zeit, in der Schweiz die AKW stillzulegen und das grosse Potential der Solarenergie endlich auszuschöpfen.

Weitere Auskünfte:

Franziska Teuscher, GB Gemeinderätin

Franziska Grossenbacher, GB Stadträtin